Abdruck eine menschlichen Oberkörpers
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Thomas Seidel

Teresa Murak und die Brigantinen des Kurfürsten August von Sachen

Dialog mit der Schenkung Sammlung Hoffmann

Die Performance- und Land-Art-Künstlerin Teresa Murak (geb. 1949) schuf mit der „Leibmaske“ eine sinnliche Darstellung von weiblicher Körperlichkeit. Der fast im Raum schwebende Torso formte sich aus abertausenden angekeimten Kressesamen am Leib der Künstlerin und ist somit Relikt einer für Murak charakteristischen performativen „Aussaat“. Die gelertartige und anschließend trocknende Masse aus Samen wird zu jener titelgebenden Maske für Brust und Bauch der Künstlerin.

  • Laufzeit 14.08.2020—30.11.2020
  • Öffnungszeiten aktuell Geschlossen
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Immer wieder

Immer wieder verwendet Murak in ihren Arbeiten organische Materialien wie Erde, Sauerteig, Tuch und eben Samen und verbindet sich über diese Materialien mit den Prozessen von Entstehen und Vergehen. So schafft sie eine Repräsentation des menschlichen Körpers, die dessen Verletzlichkeit und Vergänglichkeit teilt und mit der Beständigkeit, die den Skulpturen und Torsi in der abendländischen Kunst gemeinhin zueigen ist, bricht.

Abdruck eine menschlichen Oberkörpers
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Thomas Seidel
Teresa Murak, Leibmaske, 1992 Schenkung Sammlung Hoffmann

Film

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Werke aus der Schenkung Sammlung Hoffmann (2): Teresa Murak, Leibmaske

In der Rüstkammer

In der Rüstkammer im Renaissanceflügel des Dresdner Residenzschlosses steht Muraks hier mystisch anmutendes Werk neben Körperrepräsentationen ganz anderer Natur. Die Harnische und Brigantinen aus dem Besitz des Kurfürsten August von Sachsen bilden nicht nur aufgrund ihrer Erscheinungsform einen Gegenentwurf zur „Leib-maske“. Während der weibliche Körper als natürlich gewachsene Form aus erdgleichem Material erscheint, dessen Weichheit und Wärme assoziativ präsent bleiben, bezeichnen die aus kühlem, harten Metall präzise gearbeiteten Rüstungen männliche Körper. Auch sie sind Masken. In ihrer Symbolwirkung erschaffen das zeitgenössische Kunstwerk und die historischen Exponate konträre Schlüsselbilder menschlichen Daseins, wenn sie Fruchtbarkeit und Schöpfungskraft mit Krieg und Zerstörung konfrontieren.

© Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen, Dresden, Foto: Hans-Peter Klut
Brigantinen des Kurfürsten August von Sachsen italienisch, Mitte des 16. Jahrhunderts (vor 1567)

Die Familie Hoffmann

Die Familie Hoffmann schenkte im März 2018 den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ihre umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Kunst, die rund 1 200 Werke umfasst. Ein Anliegen der Schenkung ist es, Werke aus der Sammlung mit den Objekten der unterschiedlichen Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in einen Dialog treten zu lassen und dadurch für die heutigen wie die historischen Exponate andere Betrachtungsweisen und Bedeutungsebenen zu öffnen. 

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